Heute möchte ich euch meinen Funkauslöser für mein Do-It-Yourself-Studio vorstellen. Inspiriert zu diesem Artikel hat mich eine Anfrage eines anderen Amateurfotografen aus der Model-Kartei, der wissen wollte, wie ich meine Blitze auslöse und den letzten Anstoß dazu hat mir der tolle Podcast von nSonic gegeben, welcher verschiedene Funkauslöser in allen Preisklassen, von ca. 380€ bis ca. 30€, getestet hat.
Bei meinem Funkauslöser handelt es sich um den LBT-S Funkauslöser, welchen ich für 60€ vor ca. einem Jahr bei www.sambesigroup.com bestellt habe. Zu dem Entschluss kam ich, als mein bereits zweites Auslösekabel wieder einen Wackelkontakt bekam. Abgesehen davon, dass meine Auslösekabel zum Kabelbruch neigten, empfand ich es als alles andere als praktisch, ständig ein Kabel hinter mir her zuziehen, auf welches man super drauf treten und sich drin verheddern konnte.

Nun ja, also bestellte ich mir den LBT-S, damit sah mein Auslösesetup so aus: Der Canon 580EX wird auf einen Adapter von Hama gesteckt, welcher eine PC-Buchse besitzt (andere Blitze besitzen direkt von Werk aus solch eine Buchse), an welche der Funkempfänger angeschlossen wird. Der Empfänger besitzt als Anschlussmöglichkeit ca. 20cm langes Kabel, das in einem PC-Stecker endet. (Anmerkung: „PC“ steht in diesem Fall nicht für Personal Computer, sondern ist eine Bezeichnung für einen Blitzsynchronanschluss).

Nicht so schön ist die Tatsache, dass der Empfänger dann einfach am Adapter/Blitz herunter baumelt und nur durch den PC-Stecker gehalten wird. Der Sender wird einfach auf den Blitzschuh der Kamera gesteckt. Leider ist er wirklich nur gesteckt und kann nicht weiter arretiert werden, er sitzt dadurch nicht sonderlich fest, aber auch nicht so locker, dass er mir schon mal aus dem Blitzschuh gerutscht wäre.

Sender und Empfänger besitzen einen kleinen Schiebeschalter, mit dem man einen von zwei Kanälen wählen kann. Wenn dann der Sender angeschaltet ist und die gleichen Kanäle gewählt sind, kann die Kamera nun den Blitz auslösen. Als Stromquelle kommen beim Empfänger zwei Batterien vom Typ AAA zum Einsatz. Der Sender arbeitet mit einer Batterie mit den Werten 23 Volt und 12 Ampere, ob man die so einfach im Elektronikgeschäft bekommt, kann ich nicht beantworten. Der Batteriewechsel am Empfänger gestaltet sich sehr einfach, da sich das Batteriefach durch zur Seite schieben des Deckels gut öffnen und wieder verschließen lässt. Der Sender muss zum Batteriewechsel aufgeschraubt werden, was sich, sofern ein kleiner Kreuzschlitzschraubendreher zur Hand ist, auch nicht wirklich schwierig gestaltet.

Ein Kritikpunkt, welcher im nSonic-Podcast auch bei einigen Modellen angesprochen wurde, trifft auch hier zu, nämlich der, dass nicht signalisiert wird, ob der Empfänger eingeschaltet ist. Vergisst man also beim Einpacken des Senders, die Position des Druckschalters zu kontrollieren (gedrückt = Sender aus), dann werden die Batterien beim nächsten Einsatz wohl verbraucht sein und man muss erst einmal Batterien wechseln. Die im Empfänger vorhandene Leuchtdiode dient leider nur dazu durch kurzes Aufflackern den Empfang eines Signals anzuzeigen.

Da ich aber nicht nur einen, sondern bis zu drei Blitze einsetze, müssen die anderen Beiden ja auch noch irgendwie ausgelöst werden. Das mache ich per Photozelle. Der zweite von mir eingesetze Blitz ist ein Sigma DG 500 Super, welcher über eine eingebaute Photozelle verfügt, daher ist das gar kein Problem. Den dritten Blitz habe ich geschenkt bekommen, dabei handelt es sich um einen älteren Metz-Blitz ohne Photozelle, was aber kein Problem ist, da man z.b. bei Hama Photozellen mit Blitzschuh bekommt, auf welche man den Blitz einfach drauf stecken kann. Also löse ich eigentlich nur meinen Canon-Blitz per Funk aus und dieser löst mit seinem Blitzlicht die anderen beiden Blitze aus. Für mein kleines Studio ist dieses Auslösesetup völlig ausreichend und ein wirklicher Fortschritt im Vergleich zum Auslösen per Kabel.
Den bei nSonic gemachten Reichweitentest mache ich vielleicht auch noch, aber im Moment habe ich nicht den Drang im Schneetreiben meine Schritte zu zählen. Auch den Test der minimalen Synchronzeit verschiebe ich auf später, da bedingt durch den Wasserrohrbruch, das dadurch noch herrschende Chaos und meine Klausurvorbereitungen Platz und Zeit im Moment recht knapp sind.

Abschließend kann ich sagen, dass für Amateure wie mich mit einem kleinen Heimstudio, so ein günstiger Funkauslöser völlig ausreichend ist.

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