Abschied nehmen ist meistens schwer, manchmal auch von Dingen, wie einer Kamera. Grade wenn es die Kamera ist, von der man eigentlich immer geträumt hat, wie eine Canon EOS 1D. Damals stellte die die 1D Mark 3 alles an Kamera da, was mir wichtig war. Super Autofokus, abgedichtet gegen Wettereinflüsse, super stabil, mit dem integrierten Hochformatgriff liegt sie super in der Hand, 10(!) Bilder in der Sekunde, ein Crop-Faktor von 1,3 (also mehr Weitwinkel als an meiner alten 20D, aber immer noch ein leichter Zugewinn an Brennweite mit meinem 70-200 im Tele-Bereich).
Warum also die “Traumkamera” nach knapp 3 Jahren verkaufen? War ich mit ihr unzufrieden? Nein. Hat sie mich irgendwann mal im Stich gelassen? Nein, und ich kann mir auch kaum vorstellen, dass eine 1D jemanden im Stich lässt. Wenn es also nicht an der Kamera liegt, dass ich sie verkauft habe, muss es an mir liegen.
Meine fotografischen Gewohnheiten haben sich einfach verändert.
Ich fotografiere kaum noch Tiere wo mir der Crop-Faktor zugutekommt, auch fotografiere ich eigentlich kaum Sport, wo ich den AF der 1D gebrauchen würde. Im Regen ohne Regenschutz hab ich mich eh nicht getraut zu fotografieren. Wenn man mit einer 1D auf der Straße fotografiert, gucken einen die Leute an, als wenn man sich eine Panzerfaust vors Gesicht hält, eine 1D ist vieles, aber nicht unauffällig, sie kann wirklich Leute einschüchtern. Wow, 10 Bilder in der Sekunde(!), was man damit alles fotografieren kann… ich kann mich nur leider nicht erinnern, wann ich das letzte Mal Serienbilder mit 10fps geschossen habe.
Wie man sieht, ist die 1D eine fantastische Kamera, aber sie passt einfach nicht zu mir, so hab ich mich entschlossen auf eine Kamera umzusteigen, die es tut. Bei meinen Überlegungen bin ich auf die 5D Mark 2 gestoßen, welche für meine Schwerpunkte Portrait- und Hochzeitsfotografie (und erste Ansätze von Streetfotografie) einfach besser geeignet ist. Sie ist leichter und kleiner, man fällt nicht mehr so auf. Sie besitzt einen Vollformatsensor, der meiner Meinung nach für eine veränderte Bildanmutung sorgt. (Dazu kann ich auch den Artikel in Olafs Blog empfehlen, welcher sich mit dem Thema Crop und Vollformat auseinandersetzt, empfehlen.) Auch besitzt die 5D Mark 2 eine doppelt so hohe Auflösung, wobei nicht der Eindruck entstehen soll, dass eine hohe Pixelzahl DER ausschlaggebende Punkt beim Kauf eine Kamera sein sollte, sie gibt mir aber die Möglichkeit Ausschnitte zu wählen und diese dann trotzdem großformatig auszubelichten. Die 5D kann auch sehr hochwertige HD-Videos aufzeichnen, wobei mir das nicht wichtig ist, ich will fotografieren, nicht filmen, aber wer weiß, vielleicht werde ich mal dankbar für diese Möglichkeit sein.
Ich habe am Wochenende in einem relativ dunklen Cafe hier in Dortmund auf einem Geburtstag mit der 5D plus 50/1.4 und 85/1.8 fotografiert (ohne Blitz) und muss sagen, dass mich die 5D da völlig überzeugt hat. Natürlich ist auch diese Kamera nicht frei von Rauschen, aber ISO 1600 und selbst ISO 3200 sind noch sehr gut nutzbar.
Ich freue mich schon auf die nächsten Shootings mit der Kamera. Da ich dabei aber nicht auf einen Hochformatauslöser verzichten möchte, habe ich mir noch einen Canon Batteriegriff zugelegt, bei dem mich die Verarbeitung und Qualität, im Vergleich zum Batteriegriff der 20D, positiv überrascht haben. Nichts wackel oder bewegt sich, fast wie bei der 1D… aber nur fast
Das Einzige was mich bisher stört ist die Akkupolitik die Canon seit der 5D Mark 2 fährt. Canon baut jetzt Mikrochips in die Akkus ein, was damit begründet wird, dass man sich genauer über den Zustand seiner Akkus, im Kamera Menü, informieren kann. Ich denke es ist vielmehr der Versuch den Absatz der originalen Akkus von Canon anzukurbeln, da Nachbauakkus ohne Chip zwar funktionieren, aber die Akkuladestandanzeige nicht funktioniert. Will man also mit Nachbauakkus eine Hochzeit fotografieren, muss man schätzen, wie viel Energie noch in den Akkus steckt, damit einem nicht beim Eröffnungstanz plötzlich der Saft ausgeht, nicht sehr praktisch also. Ich habe mir schweren Herzens noch einen Originalakku bestellt. Für einen eventuellen Urlaub, werde ich mir bei Gelegenheit 2-3 Nachbauakkus kaufen, da es da nicht schlimm ist, wenn ich überraschend mal Akkuwechseln muss (Empfehlungen für gute Nachbauten bitte in die Kommentare).







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